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Dänisches Filmteam besucht die JVA Meppen

Fertiger Film erzählt die Geschichte eines ehemaligen dänischen KZ-Häftlings


Zwei junge dänische Filmemacher waren unlängst zu Gast in der Justizvollzugsanstalt Meppen. Der Besuch fand anlässlich der Dokumentation des Leidensweges des ehemaligen dänischen KZ-Häftlings, Henning Jensen statt. Die Aufnahmen auf dem Gelände der JVA wurden mit einer 360-Grad-Kamera und einer Drohne gemacht. Der fertige Film erzählt die Geschichte Jensens und folgt seinem Weg vom KZ Fröslee ins KZ Neuengamme, weiter zum Außenlager Meppen-Versen und dann zurück nach Dänemark. Zu sehen sein wird der 7minütigen Virtuell-Reality-Film im dänischen Fröslee Museum (https://en.natmus.dk/museums-and-palaces/the-froeslev-camp-museum/).

Ziel ist es, so der dänische Projektverantwortliche Ole Krogsgaard, „dass die Zuschauer des Museums die Geschichte von Henning Jensen durch eine Virtuelle Reality Brille hautnah miterleben können. Im Film erzählt Jensen seine Geschichte, während die Zuschauer mitgenommen werden, an die Orte, an denen er geschuftet hat. Die Filmaufnahmen werden graphisch aufgearbeitet und teilweise illustriert dargestellt, um ein noch realistischeres Erleben der damaligen Zeit zu ermöglichen.“

In einem gemeinsamen Austausch konnten der Anstaltsleiter Per-Erik Zeller, der stellv. Anstaltsleiter, Bernhard Saalfeld, der ehemaligen Anstaltsleiter, Bruno Bode und der Öffentlichkeitsbeauftragte der JVA Meppen, Jürgen Dickmännken, den beiden jungen Filmemachern Einblicke in die damalige Zeit und die Historie der JVA Meppen bzw. des Lagers Versen geben. Insbesondere Bode konnte dabei durch fundiertes, umfassendes Wissen zur Geschichte des Lagers ein umfassendes Bild vermitteln. Um eine bessere Vorstellung von der damaligen Situation und Gebäudeanordnung zu bekommen, wurden alte Lagepläne und Grafiken sowie Modelle genutzt, die von Gefangenen im Rahmen eines Projektes angefertigt wurden.

Hintergrund:

Im November 1944 richtete das Konzentrationslager Neuengamme in Versen ein Außenkommando ein. Hier wurden nun vorwiegend dänische Widerstandskämpfer einquartiert, die man zu Zwangsarbeiten heranzog. Ihre Aufgabe war das Ausführen von Schanzarbeiten an der Verteidigungslinie „Friesenwall“. Dabei sind Panzergräben und Stellungssysteme ausgehoben worden. Der Friesenwall sollte mehrere gestaffelte Stellungslinien und Riegel umfassen. Westlich der Lager war die „Nordsüd-Kanal-Stellung“ und östlich die „Ems-Rhein-Stellung“ vorgesehen. Im Außenkommando kam es, insbesondere während der Wintermonate, durch die harten Lebens- und Arbeitsbedingungen zu zahlreichen Toten. Ende März 1945 erfolgte die Auflösung der Außenkommandos. Die noch arbeitsfähigen Häftlinge sind nun per Bahn und streckenweise auch zu Fuß Richtung Osten verlegt worden.

Quelle: https://www.relikte.com/versen/index.htm

 
v.l.n.r. Christian Juul Søes, Ole Krogsgaard, Jürgen Dickmännken, Per-Erik Zeller, Bruno Bode, Bernhard Saalfeld
Artikel-Informationen

04.06.2018

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